
Dr. med. Ralf von Baer, Bosch Healthcare (Foto: Bosch/AAL-ready.org)
Berlin, 24.01.2012 - Vor dem Hintergrund des zunehmenden Pflegefachkräfte- und Ärztemangels bei gleichzeitig steigender Erkrankungshäufigkeit und Lebenserwartung besteht der Bedarf einer technischen Unterstützung, um chronisch Kranken und hilfsbedürftigen Menschen ein sicheres Leben im eigenen Heim zu erleichtern bzw. zu ermöglichen. Dabei erlaubt die steigende Technikakzeptanz der älteren Bevölkerung, sowie die Vernetzung moderner Technologien eine umfassende Unterstützung und Gesundheitsversorgung über neue Wege. So hat ein großes Projekt mit über 6.000 Teilnehmern - das “Whole System Demonstrator programme” des britischen Gesundheitsministeriums - dessen erste Ergebnisse gerade veröffentlicht wurden, das Potential von Telemedizin und Haus-ServiceRuf erneut aufgezeigt.
Wesentlich für die Weiterentwicklung von Ambient Assisted Living (AAL)-Technologien und der Erschließung dieses Marktes werden die Kooperation unterschiedlichster Technik- und Serviceanbieter, sowie eine Nutzerfokussierung und die Entwicklung tragfähiger Geschäftsmodelle sein. Möglicherweise kann hierbei die Automobilindustrie als Vorbild dienen, da diese bereits seit vielen Jahren erfolgreich technisch basierte Assistenzsysteme zur Steigerung von Sicherheit und Komfort in Fahrzeugen einsetzt.
Bosch unterstützt als breit aufgestelltes Industrieunternehmen die AAL-Aktivitäten und zeichnet sich neben umfassenden Erfahrungen aus dem Fahrzeugbereich durch weitere Geschäftsfelder aus, die unmittelbare Verbindung zu AAL-Lösungen haben, wie die Sicherheitstechnik mit Lösungen z.B. zur Gebäudeüberwachung und Heizungssteuerung oder Bosch-Siemens-Hausgeräte mit z.B. Konzepten zur einfachen Bedienbarkeit von Alltagsgeräten. Zudem stärkt der aktuell erfolgte Zusammenschluss der Geschäftseinheiten Telemedizin und Haus-ServiceRuf die AAL-Ausrichtung und zeigt, dass Bosch seine Position als führender AAL-Technologieanbieter ausbaut.
„Ärzte und Pflegekräfte benötigen technische Unterstützung, um sich intensiver und gezielter auf ihre originären Aufgaben in der ambulanten Patientenversorgung schwer chronisch kranker Patienten konzentrieren zu können“, betont Ralf von Baer, neuer Geschäftsführer der Bosch Healthcare GmbH.
Bosch Telemedizinlösungen ermöglichen von Baers Ausführungen zufolge ein nachhaltiges Behandlungsmanagement mit engmaschiger telemedizinischer Betreuung und Schulung sowie das frühzeitige Erkennen von Veränderungen des Gesundheitszustandes der Patienten durch das regelmäßige Monitoring.
„Wesentlich für den Erfolg der Telemedizinprogramme ist die Förderung des Selbstmanagements der Patienten durch tägliche Schulungen zum Umgang mit ihrer Erkrankung und motivierendes Feedback“, sagt von Beer. Bosch Haus-ServiceRuf-Lösungen bieten durch die 24-Stunden-Erreichbarkeit älteren und kranken Menschen das Sicherheitsgefühl der Rundumbetreuung und Lebensqualität in der gewohnten Umgebung Zuhause.“ (GS)
AAL-Kongress:
Dr. med. Ralf von Baer ist einer der Experten auf dem 5. Deutschen AAL-Kongress vom 24. bis 25. Januar 2012 im Berliner Congress Centrum (bcc), veranstaltet vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem VDE e.V.. Der Kongress gilt als Leitkongress im Innovationsfeld "Assistenzsysteme im Dienste des Menschen". Wie jedes Jahr bietet er Forschern und Entwicklern, Herstellern und Anwendern sowie Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Verbänden eine Plattform zu einem intensiven Meinungs-, Informations- und Wissensaustausch.
Robert Bosch Healthcare ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Bosch Gruppe und arbeitet mit Kostenträgern und Leistungserbringern daran Telemedizin erfolgreich umzusetzen – für eine bessere Versorgung chronisch Kranker und ein nachhaltiges Gesundheitswesen.
*) Dr. med. Ralf von Baer ist Geschäftsführer der Bosch Healthcare GmbH. Der promovierte Mediziner und Facharzt für Anästhesiologie forschte und arbeitete mehr als zehn Jahre an Kliniken im In- und Ausland. Sein Schwerpunkt lag in den Bereichen Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin. Anschließend unterstützte er sieben Jahre Krankenhäuser und Universitätskliniken als Senior Consultant und Mitglied des Führungsteams der auf Unternehmensberatung und Betriebsplanung spezialisierten HWP Planungsgesellschaft. Seine Managementkompetenz vertiefte er parallel in einem MBA Studium an der Universität St. Gallen. In den vergangenen sieben Jahren verantwortete von Baer dann verschiedenste Bereiche bei der Putzmeister Gruppe, zuletzt als Geschäftsführer der Putzmeister Holding GmbH.